Schafwolle und Schurwolle
Geschichte der Schafwollverarbeitung
Schafwolle hat Tradition. Vermutlich bereits seit der Bronzezeit als textiler Werkstoff bekannt, war sie über lange Zeit den privilegierten Gesellschaftsschichten vorbehalten. Der Grund: aufgrund der Vielzahl ihrer positiven Eigenschaften galt Wolle als äusserst kostbar und war als Luxusgut auch entsprechend teuer. Ihr Status änderte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts dank dem Import aus Australien und Neuseeland. Fortan war Wolle auch für die breite Bevölkerung bezahlbar.
Der Erfolg wurde dann aber durch das Erscheinen preiswerter synthetischer Materialien gehemmt. In den letzten Jahren erlebt Schafwolle aber ein regelrechtes Comeback. Im Gegensatz zu Polyester und anderen künstlichen Fasern, die aus Kohle und Erdöl hergestellt werden, absorbiert Schafwolle Feuchtigkeit und lädt sich nicht elektrostatisch auf. Abgesehen davon hat dieses erstaunliche Naturprodukt noch eine Vielzahl weiterer Vorteile zu bieten!
Eigenschaften von Schafwolle
Das Geheimnis der Schafwolle liegt in ihren unterschiedlichen Faserarten. Während die Aussenfaser nämlich Wasser abweist und nur Dampf gewähren lässt, kann der Faserstamm knapp einen Drittel Feuchtigkeit aufnehmen. Die Konsequenz: Wolle absorbiert nicht nur nächtlichen Schweiss und Gerüche aller Art, sondern fühlt sich dabei ebenfalls angenehm trocken an. Doch damit nicht genug: Darüber hinaus reinigt sich Wolle auch gleich selbst. Der Grund hierfür liegt erneut in ihrer einzigartigen Struktur. So können Schmutzpartikel die Aussenfaser nur sehr schwer durchdringen und bleiben folglich an der Oberfläche haften. Die unterschiedlich starke Feuchtigkeitsaufnahme lässt die Faserarten wiederum verschiedenartig krümmen, wodurch sie aneinander reiben. Schmutz, Dreck und Gerüche fallen dadurch einfach ab – ganz natürlich und ohne chemische Behandlung. Schafwolle trägt daher auch zu einem angenehmen Raumklima bei.
Die Vorteile von Schafwolle im Überblick:
- Wolle ist feuchtigkeits- sowie geruchsabsorbierend und reinigt sich selbst
- nachwachsender, natürlicher Rohstoff aus der Region
- Schafwolle speichert Körperwärme und wirkt wärmeregulierend
- schwer entflammbar, antistatisch sowie antibakteriell (für Allergiker geeignet)
- hohe Elastizität und Strapazierfähigkeit
Bezeichnungen von Schafwolle und Schurwolle
Es gibt unzählige Begriffe für Schafwolle, die im alltäglichen Sprachgebrauch synonym verwendet werden. Tatsächlich beschreiben sie jedoch verschiedene Wollsorten. So bedeutet der Begriff “Schurwolle” zum Beispiel, dass die Wolle von lebenden Schafen stammt. Laut Textilkennzeichnungsgesetz muss naturbelassene Schurwolle darüber hinaus aber auch noch weitere Kriterien erfüllen: Sie darf keiner schädigenden Verarbeitung ausgesetzt worden oder bereits in einem anderen Erzeugnis enthalten gewesen sein.
Eine weitere Unterscheidung ergibt sich aus dem Alter der Tiere und der Häufigkeit der Schur. Differenziert wird beispielsweise zwischen Lamm-, Jährlings- und Einschurwolle. Während das Scheren bei «Einschurwolle» nur einmal im Jahr erfolgt, wird die erste Schur von einjährigen Schafen als «Jährlingswolle» bezeichnet. Besonders hochwertig ist «Lammwolle»: Sie wird nach erstmals sechs Monaten geschoren.
Im Gegensatz dazu handelt es sich bei der Bezeichnung «Schlacht-» oder «Hautwolle» um tote Tiere. Von «Reisswolle» ist die Rede, wenn sie aus alten Textilien wiedergewonnen, also recycelt wird. Wir bieten in unserem Bettwaren-Sortiment reine Schurwolle aus hochwertiger, schweizerischer Produktion an. Die wenigen Ausnahmen (Merino-Woll-Tagesdecken und Yogamatten) sind entsprechend angeschrieben.
Qualitätsunterschied bei Schafwolle
Hinsichtlich der Qualität gilt es verschiedene Faktoren zu beachten. Zum einen lassen sich verschiedene Qualitäten innerhalb des Tieres selbst feststellen:
- Wolle von den Schultern des Schafes
- Wolle der seitlichen Partien
- Wolle von Hals und Rücken
- Wolle von den Beinen, der Stirn sowie dem Scheitel und Bauch
Zum anderen hängt die Qualität aber auch von der Rasse des Schafes ab. So unterscheidet sich die Wolle eines Merinoschafes stark von derjenigen eines Islandschafes, das sich wesentlich tieferen Temperaturen ausgesetzt sieht. Grundsätzlich erfolgt die Klassifizierung der Wollqualität aber auch auf Basis ihrer Feinheit, Kräuselung und Lufthaltigkeit. Nicht zu vernachlässigende Qualitätskriterien sind darüber hinaus die Farbe und Faserlänge der Wolle.
Das Einmaleins der Schafwolle zeigt: Schurwolle eignet sich perfekt als Füllmaterial für Kissen, Duvets und Bettauflagen. In unserem Onlineshop finden Sie aber auch zahlreiche weitere Produkte aus verarbeiteter Schafwolle – egal ob kardiert oder zu feinen Kügelchen verarbeitet. Sie suchen Wolle zur eigenen Weiterverarbeitung? Dann bitte hier klicken. In unserer Foto- und Videogalerie können Sie sich ausserdem ein eigenes Bild über die Verarbeitung unserer Schurwolle machen.